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Internetbetrug anzeigen: Was Betroffene und Beschuldigte wissen müssen

6. Oktober 2022 um 09:45

Das Internet erleichtert den Alltag, bringt das Wissen der Welt auf den Bildschirm der Nutzer und hilft Schnäppchenjägern, schnell den besten Preis zu finden. Doch im World Wide Web lauern auch Gefahren. Laut dem BSI wurde bereits jeder vierte Deutsche schon einmal Opfer von Internetkriminalität. Betroffene von Internetbetrug können Anzeige erstatten. Was das bringt, klärt dieser Artikel.

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Internetbetrug: Mann hält ein Smartphone und eine Kreditkarte in seinen Händen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Laut § 263a des Strafgesetzbuchs (StGB) ist Internetbetrug, genau wie Betrug, eine Straftat.
  • Die Bandbreite der Vergehen reicht von Identitätsdiebstahl bis hin zu digitaler Erpressung.
  • Betroffene können Betrug im Internet anzeigen, um sich selbst zu schützen und die Bekämpfung von Internetkriminalität zu unterstützen.
  • Das Strafmaß für Internetbetrug reicht von einer Geld- bis hin zu einer Freiheitsstrafe. Der Online-Check von SIEGFRIED bringt Licht ins Dunkel.

Was ist Internetbetrug?

Internetbetrug ist eine ernstzunehmende Gefahr und gilt als Cybercrime, also ein Verbrechen, das im Internet stattfindet. Das Bundeskriminalamt leistet hierzu umfangreiche Aufklärungsarbeit und definiert Cybercrime als Straftaten, die sich gegen das Internet, IT-Systeme, oder deren Daten richten. Damit sind zum Beispiel Hacker-Angriffe und die Verbreitung von Viren gemeint. 

Im weiteren Sinne versteht man unter Cybercrime jedoch auch Straftaten, die es in ähnlicher Form in der analogen Welt gibt, die jedoch mit Hilfe von Informationstechnik begangen werden. Beispiele dafür sind Drogenhandel, Betrug oder Erpressung.

Die Methoden werden immer raffinierter, die Zahl der Betroffenen nimmt zu. Entsprechend vielfältig sind die Arten von Online-Betrug. Die häufigsten Arten sind im Folgenden zusammengefasst.

Zum Online-Check

Erfüllungsbetrug

Auf Plattformen für Kleinanzeigen oder in unseriösen Onlineshops ist es schnell passiert: Ein Artikel wird gekauft und bezahlt, doch die Lieferung der Ware bleibt aus. Indem Verkäufer vortäuschen, einen Artikel zu besitzen und dafür Geld verlangen, bereichern sie sich vorsätzlich am Vermögen ihrer Vertragsparnter.

Damit erfüllt diese Art des Internetbetrugs den Straftatbestand des klassischen Betrugs nach § 263 StGB, der auch in der analogen Welt vorkommt. Ärgerlich für Käufer: Ihr Geld ist weg. Da hilft oft nur noch eine Anzeige.

Spam- und Junk-Mails

Sie sind nicht nur nervig, sondern auch gefährlich: massenhaft versendete und ungewollte Werbe-E-Mails. Solche Spam- oder Junk-Mails sind unaufgeforderte Werbung per E-Mail und damit verboten.

Idealerweise fängt ein Spam-Filter die dubiosen E-Mails ab. Landet eine solche Nachricht doch einmal im Posteingang und verursacht einen finanziellen Schaden, sollten Betroffene die Polizei einschalten.

Digitale Erpressung

Besonders unangenehm ist die digitale Erpressung durch Internetkriminelle. Mit Hilfe von Schadsoftware verschlüsseln sie alle Daten auf dem Computer der Betroffenen und legen das System lahm. Damit Betroffene ihren PC wieder nutzen können, wird meist ein Lösegeld verlangt.

Auf solche Forderungen sollten Geschädigte auf keinen Fall eingehen, sondern die Erpressernachricht per Screenshot sichern und mit einer Anzeige darauf reagieren. Denn wer nachgibt, verliert in der Regel Daten und Lösegeld.

Identitätsdiebstahl

Wer Passwortsicherheit auf die leichte Schulter nimmt oder auf Phishing-Mails hereinfällt, lädt Cyberkriminelle zum Datendiebstahl ein. Mit gehackten Zugangsdaten verschaffen sie sich Vorteile im Internet, bestellen Waren auf Kosten der Betroffenen oder räumen deren Konto leer.

Der Diebstahl der digitalen Identität hat oft schwerwiegende Folgen. Geschädigte sollten deshalb unbedingt handeln und sich Hilfe suchen – am besten bei der Polizei, denn nach § 263 StGBa handelt es sich bei diesem Internetbetrug um eine Straftat.

Symbolische Darstellung von Internetbetrug durch Haken, der einen Stapel Kreditkarten durchbohrt.

Internetbetrug-Anzeige: So gehen Betroffene vor

Die Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben 2021 eine Bürgerbefragung zur Cyber-Sicherheit in Deutschland durchgeführt, das Digitalbarometer 2021. Sie fanden heraus: Jeder Vierte wurde schon einmal Opfer von Cyberkriminalität.

Laut dem Bericht reagieren Betroffene unterschiedlich. Mit 39 Prozent versuchte der Großteil, sich selbst zu helfen, 29 Prozent erstatteten Anzeige, 20 Prozent suchten Hilfe bei Bekannten oder der Familie. Um für Betroffene die Hürde einer Anzeige wegen Betrugs im Internet zu senken, bietet die Polizei heute die Möglichkeit, online Anzeige zu erstatten.

Wie und wo kann man Betrug im Internet anzeigen?

Wer auf einen Fake-Shop hereinfällt, bezahlte Waren nicht erhält oder digital erpresst wird, kann den Internetbetrug anzeigen – und zwar direkt am „Tatort“: In allen Bundesländern ist es möglich, bei den jeweiligen „Onlinewachen“ der Polizei Anzeige zu erstatten. 

Eine Online-Betrug-Anzeige ist selbstverständlich auch bei der örtlichen Polizeistelle möglich. Vorher sollten Betroffene mit der Polizei oder einem Anwalt klären, ob tatsächlich Internetbetrug vorliegt.

Für ihre Ermittlungen benötigt die Polizei möglichst umfangreiche Informationen. Bei der Internetbetrug-Anzeige ist es deshalb sinnvoll, neben den Daten zur eigenen Person auch Beweise bereitzuhalten. Das sind zum Beispiel:

  • Informationen über Fake-Shops
  • Daten vermeintlicher Verkäufer
  • Kopien von Kaufverträgen
  • E-Mail-Verkehr
  • Fotos
  • Screenshots von Nachrichten
  • IP-Adresse des eigenen Rechners
Gut zu wissen

Bei Computerbetrug handelt es sich um eine Straftat. Das bedeutet zum einen, Täterinnen und Täter Beschuldigte müssen mit harten Strafen rechnen. Zum anderen gilt jedoch auch: Betroffene sollten nicht zögern, die Straftat anzuzeigen. Denn gemäß § 78 StGB verjährt Computerbetrug nach fünf Jahren.

Warum lohnt es sich, Internetbetrug anzuzeigen?

Zu den häufigsten Straftaten im Internet laut Digitalbarometer zählen

  • Fremdzugriffe auf den eigenen Online-Account (31 Prozent)
  • Schadsoftware (28 Prozent)
  • Phishing (25 Prozent)
  • Onlineshopping (19 Prozent)

Besonders groß ist demnach die Gefahr von Datenverlust. Doch auch der finanzielle Schaden durch Online-Betrug ist nicht zu unterschätzen: Er lag in der Regel zwischen 20 und 2.000 Euro.

Betroffener von Internetbetrug sitzt vor seinem Laptop und hält eine Kreditkarte und ein Handy in der Hand.

Es lohnt sich also, Anzeige wegen Internetbetrug zu erstatten. Bei Geldverlust besteht die Chance, es zurückzubekommen. Bei Identitätsdiebstahl lassen sich teure Folgekosten vermeiden. Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund, der für eine Anzeige spricht:

Mit einer Betrugsanzeige unterstützen Betroffene den Kampf der Behörden gegen Internetkriminalität und helfen dabei, das Internet wieder sicherer zu machen. Die Sicherheitsbehörden sind dafür auf Informationen über die Beschuldigten, ihre Maschen und die allgemeine Lage der Cyberkriminalität angewiesen.

Anzeige wegen Internetbetrug: Diese Strafen drohen Beschuldigten

Kommt es zu einer Verurteilung wegen Betrug oder Internetbetrug, werden je nach Schwere der Tat und abhängig vom Einzelfall bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe verhängt.

Wer wegen Online-Betrug angezeigt wird, sollte sich anwaltliche Unterstützung holen. Denn das Strafrecht ist komplex und hält für Laien viele Fallstricke und Unsicherheiten bereit. Mit einer Anwältin oder einem Anwalt können Beschuldigte eine Strategie entwickeln, um die Anzeige abzuwehren. 

Sollte Beschuldigte tatsächlich eine Schuld treffen, wissen die Rechtsprofis, wie sie das Strafmaß mildern können.

Wie kann ich mich vor Internetbetrug schützen?

Damit das Surfen auch in Zukunft sicher und angenehm bleibt, gibt es einfache Schutzmaßnahmen. Internetbetrug lässt sich damit zwar nicht hundertprozentig verhindern, allerdings sinkt das Risiko für die Daten und das Vermögen der Internet-User.

Diese 12 Regeln unterstützen sicheres Surfen:

Die wichtigste Regel überhaupt: Sichere Passwörter verwenden

Wo es geht, die Zwei-Faktoren-Authentifikation nutzen

Firewall und Virenscanner nutzen

Regelmäßige Software-Updates durchführen

E-Mails und Anhänge sowie Nachrichten in Social Media hinterfragen und mit Vorsicht öffnen

Sicheren Internet-Browser verwenden

Software aus dem Internet nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen

Mit einer gesicherten Internetverbindung surfen

Persönliche Daten nicht unüberlegt preisgeben

Hardware mit Passwörtern sichern und gegen Diebstahl schützen

Regelmäßige Datensicherungen durchführen

Nur vertrauenswürdige Webseiten aufrufen

Fazit zur Internetbetrug-Anzeige

Gefahren lauern nicht nur in der analogen Welt. Nutzer des World Wide Web sind auch online der Gefahr von Betrug ausgesetzt. Eine Anzeige lohnt sich in jedem Fall für Betroffene und schützt langfristig auch die, die bisher nicht von Cyberkriminalität betroffen waren. 

Wer wegen Online-Betrug angezeigt wird oder von Internetbetrug betroffen ist, sollte auf die Unterstützung durch einen Rechtsprofi setzen. Der Online-Check von SIEGFRIED zeigt auf einen Blick, welche Schritte Geschädigte und Beschuldigte gehen können, um zu ihrem Recht zu gelangen.

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