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Warenbetrug

Warenbetrug: Mit diesen Konsequenzen ist zu rechnen

28. September 2022 um 11:47

Wer Ware im Internet bestellt, diese aber nicht erhält, denkt möglicherweise schnell an einen Betrug. Aber nicht immer handelt es sich um vorsätzlichen Warenbetrug, sondern es gibt andere Gründe, warum die Bestellung nicht angekommen ist. In diesem Artikel erfahren Betroffene, wie sie bei einem vermuteten Warenbetrug vorgehen und Beschuldigte, wie sie sich gegen unberechtigte Vorwürfe wehren können.

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Symbolische Darstellung von Warenbetrug durch einen Einkaufswagen auf einer Tastatur.
Das Wichtigste in Kürze
  • Warenbetrug liegt vor, wenn nach einem Kauf die Ware nicht oder in minderwertiger Qualität geliefert wird. 
  • Opfer von Warenbetrug können eine Strafanzeige bei der Polizei stellen und Schadenersatz verlangen. 
  • Verkäufer, die des Warenbetrugs beschuldigt werden, sollten einen Anwalt für Strafrecht aufsuchen und nicht im Alleingang auf die Anschuldigungen reagieren. 
  • Hilfe zum Thema Warenbetrug erhalten Betroffene über den Online-Check.

Warenbetrug Definition: Was ist Warenbetrug nach dem StGB?

Warenbetrug ist eine spezielle Art des Betrugs, bei der die Lieferung einer Ware versprochen, diese aber gar nicht oder in schlechter Qualität geliefert wird. Die Täter kassieren das Geld ihrer Opfer, ohne dafür jedoch die versprochene Gegenleistung zu erbringen. In den meisten Fällen passiert ein Warenbetrug bei Käufen auf Online-Plattformen. Betrug, und damit auch der Warenbetrug, ist in § 263 Strafgesetzbuch (StGB) geregelt.

Warenbetrug und Warenkreditbetrug: Was ist der Unterschied?

Warenbetrug liegt vor, wenn die versprochene Ware nicht verschickt wird. In diesem Fall ist der Käufer der Geschädigte. Bei einem Warenkreditbetrug wird Ware bestellt, diese aber nicht bezahlt. Hierbei ist also der Verkäufer der Geschädigte.

Warenbetrug anzeigen: Was gilt es zu beachten?

Wer online Ware verkauft, kann schnell mit dem Verdacht des Warenbetrugs konfrontiert werden, auch wenn keine Absicht vorliegt. Beispielsweise, wenn das Paket auf dem Postweg verlorengegangen ist, oder der eigene Account von Betrügern gehackt wurde. Aber auch, wenn man wirklich vergessen hat, ein Paket zu versenden, handelt es sich noch lange nicht um Warenbetrug. Denn ein Betrug setzt vorsätzliches Handeln voraus.

Wenn Verkäufer eine Anzeige wegen Warenbetrugs erhalten, sollten sie schnellstmöglich einen Anwalt für Strafrecht kontaktieren und nichts im Alleingang unternehmen. Der Experte kann den Fall individuell einschätzen, zum weiteren Vorgehen beraten und Akteneinsicht in die Ermittlungsakten beantragen.

Handschellen liegen auf einer Tastatur, um die strafbarkeit von Warenbetrug symbolisch darzustellen.

Meistens werden Beschuldigte mit dem Vorwurf des Warenbetrugs durch eine polizeiliche Vorladung und einen Anhörungsbogen konfrontiert. Dabei gilt: Beschuldigte haben ein Aussageverweigerungsrecht. Sie müssen weder zu dem Vorwurf Stellung nehmen, noch der Vorladung durch die Polizei folgen. Dies muss erst bei einer Anordnung durch die Staatsanwaltschaft erfolgen. Entscheiden sich Beschuldigte, zu den Vorwürfen zu schweigen, darf ihnen dies nicht negativ ausgelegt werden. 

Liegt eine Vorladung der Polizei im Briefkasten, sollte diese jedoch auf keinen Fall ignoriert werden, denn dies kann zu einem Strafbefehl oder einer Gerichtsverhandlung führen. Es sollte aber auch nicht unbedacht Stellung zu den Vorwürfen genommen werden, um sich nicht zu belasten. Der Gang zu einem spezialisierten Anwalt ist daher der erste Schritt, der Beschuldigten viel Ärger ersparen kann.

Zum Online-Check

Warenbetrug: Welche Strafen drohen?

Warenbetrug kann gemäß § 263 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Wie hoch die Strafe ausfällt, hängt auch davon ab, ob der Verurteilte bereits vorbestraft ist und wie schwerwiegend der Betrug war. Wird eine Geldstrafe verhängt, bewegt sich diese in der Praxis oftmals zwischen fünf und 20 Tagessätzen. Ein Tagessatz wird ermittelt, indem das monatliche Nettoeinkommen des Verurteilten durch 30 geteilt wird. 

Die Verurteilung wegen Warenbetrugs wird außerdem in das Bundeszentralregister und das Führungszeugnis eingetragen.

Wann spricht man von vorsätzlichem Warenbetrug?

Damit jemand wegen Warenbetrugs verurteilt werden kann, muss er vorsätzlich gehandelt haben. Das bedeutet, er muss in der Absicht gehandelt haben, die Ware nicht zu verschicken bzw. er muss schon bei Vertragsschluss gewusst haben, dass er die Ware gar nicht besitzt oder nicht verschicken will. Wer aber einfach nur vergessen hat, die Ware zu versenden, handelt nicht vorsätzlich.

Gut zu wissen:

Vor Gericht muss dem Beschuldigten der Vorsatz nachgewiesen werden.

Ist unbeabsichtigter Warenbetrug strafbar?

Kann einem Beschuldigten kein Vorsatz nachgewiesen werden, wird das Verfahren eingestellt. Wer also wirklich nur vergessen hat, die Ware zu versenden, muss in der Regel nicht mit einer Strafe rechnen. Das Gleiche gilt, wenn der Beschuldigte selbst Opfer von Betrügern geworden ist, also beispielsweise sein Account gehackt wurde, um diesen für Warenbetrug zu missbrauchen.

Fazit: Warenbetrug prüfen – als Beschuldigter und Betroffener

Sowohl Käufer als auch Verkäufer von Waren im Internet sollten beim Verdacht auf Warenbetrug – entweder als Opfer oder als Beschuldigter – zunächst ruhig bleiben und den Sachverhalt prüfen. Wer denkt, Opfer von Warenbetrug geworden zu sein, sollte zunächst den Verkäufer kontaktieren. Bleibt dies erfolglos, sollte die Polizei eingeschaltet werden. Werden Verkäufer beschuldigt, Warenbetrug begangen zu haben, sollten sie sofort einen Anwalt für Strafrecht aufsuchen und nicht selbst in Aktion treten.

Sie brauchen Hilfe beim Thema Warenbetrug? Nutzen Sie einfach unseren Online-Check und Sie erhalten innerhalb kurzer Zeit eine erste Einschätzung Ihres Falls.

Eine schockierte Frau ist Opfer von Warenbetrug geworden und hält Telefon und Kreditkarte in ihrer Hand.
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