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Gewerbsmäßiger Diebstahl

Gewerbsmäßiger Diebstahl: Definition und Strafen

28. September 2022 um 11:21

Bei einem gewerbsmäßigen Diebstahl drohen hohe Freiheitsstrafen. Dabei bewertet das Gesetz bereits die Absicht, eine fortlaufende Einnahmequelle über Diebstahl aufzubauen, als gewerbsmäßigen Diebstahl. Was genau gewerbsmäßiger Diebstahl ist und welche Strafen dabei drohen, erklärt dieser Artikel.

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Gewerbsmäßiger Diebstahl: Mann mit Handschuhen klaut drei Laptops.
Das Wichtigste in Kürze
  • Gewerbsäßiger Diebstahl wird bereits bei der Ersttat geahndet.
  • Ausschlaggebend ist die Absicht , durch wiederkehrende Diebstähle eine Einnahmequelle zu schaffen.
  • Gewerbsmäßiger Diebstahl gemäß § 243 StGB kann mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.
  • Welche Möglichkeiten Sie im Falle einer Beschuldigung von gewerbsmäßigem Diebstahl haben, erfahren Sie im kostenlosen Online-Check.

Wann handelt es sich um gewerbsmäßigen Diebstahl?

Das Gesetz definiert den Ausdruck “gewerbsmäßiger Diebstahl” nicht. Hier schafft die Rechtsprechung Abhilfe: Sie geht davon aus, dass es sich um gewerbsmäßigen Diebstahl handelt, sobald das Vorhaben besteht, durch regelmäßige Diebstähle eine (weitere) Einnahmequelle zu erzielen. Ob es sich dabei um die Haupteinnahmequelle handelt oder nicht, ist irrelevant. Außerdem spielt es keine Rolle, wie oft ein Diebstahl bereits begangen wurde. Auch Ersttaten kann das Gesetz bereits als gewerbsmäßigen Diebstahl einstufen. Die reine Intention, durch wiederkehrendes Stehlen Einkünfte zu erzielen, reicht  aus.

Für einen gewerbsmäßigen Diebstahl könnte die Definition daher wie folgt lauten: Wer beabsichtigt, durch sich wiederholende Diebstähle eine fortlaufende Einnahmequelle zu schaffen, begeht gewerbsmäßigen Diebstahl.

Gut zu wissen:

Als Einnahmequelle zählen bei gewerbsmäßigem Diebstahl nicht nur finanzielle Mittel. Liegt die Absicht vor, das Diebesgut zu behalten, so dass auf diese Weise eine Bereicherung vorliegt, handelt es sich ebenfalls um gewerbsmäßigen Ladendiebstahl. Die Einnahmequelle kann neben Geld auch Nahrungsmittel, Kleidung, Schmuck etc. Umfassen.

Gewerbsmäßiger Diebstahl und Betrug: Was sind die Unterschiede?

Sowohl bei Diebstahl als auch bei Betrug entsteht ein Vermögensschaden. Trotzdem unterscheiden sich die beiden Delikte in den meisten Fällen durch einige Faktoren. Nur in Ausnahmefällen ist die Grenze zwischen Diebstahl und Betrug verschwommen. Im Allgemeinen gelten folgende Unterschiede:

Tat
Art des Delikts

Gewerbsmäßiger Diebstahl

Tat

Wegnahme einer Sache

Art des Delikts

Fremdschädigungsdelikt

Gewerbsmäßiger Betrug

Tat

Vermögensverfügung

Art des Delikts

Selbstschädigungsdelikt

Bei einem Diebstahl wird stets eine Sache entwendet, während es sich bei einem Betrug um eine Vermögensverfügung handelt. Die Wegnahme bei Diebstahl entsteht ohne Zustimmung bzw. gegen den Willen des Opfers. Darum handelt es sich bei einem gewerbsmäßigen Diebstahl um ein Fremdschädigungsdelikt.

Bei einem Betrug hingegen verfügt die geschädigte Person selbst über ihr Vermögen. Deswegen zählt Betrug zu den Selbstschädigungsdelikten. Das Opfer wird dabei getäuscht und fügt sich aufgrund eines Irrtums selbst Schaden zu. Demnach handelt es sich in den meisten Fällen entweder um einen gewerbsmäßigen Diebstahl oder um einen gewerbsmäßigen Betrug. Was sich hier jedoch nicht unterscheidet, ist die Strafe, mit der diese Taten geahndet werden.

Gewerbsmäßiger Diebstahl: Diese Strafen drohen

Gewerbsmäßiger Diebstahl zählt gemäß § 243 StGB (Strafgesetzbuch) zu den besonders schweren Fällen des Diebstahls. Diese werden im Vergleich zu (einfachen) Diebstählen wie folgt geahndet:

Vergehen
Strafe

(Einfacher) Diebstahl gemäß § 242 StGB

Strafe

Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe

Gewerbsmäßiger Diebstahl gemäß § 243 StGB

Strafe

Freiheitsstrafe von mindestens 3 Monaten bis zu 10 Jahren

Je nach Art und Absicht des Diebstahls kann die Strafe höher oder niedriger ausfallen. Wer jedoch wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verurteilt wird, gilt als vorbestraft. Eine Freiheitsstrafe kann in beiden Fällen zur Bewährung ausgesetzt werden.

Gut zu wissen:

Beziehen sich die Diebstähle auf geringwertige Sachgegenstände, liegt laut § 243 Abs. 2 StGB kein gewerbsmäßiger Diebstahl vor. Je nach Gericht liegt die Grenze hier bei einem Verkehrswert von unter 30 bzw. 50 Euro.

Wann verjährt gewerbsmäßiger Diebstahl?

Gewerbsmäßiger Diebstahl verjährt innerhalb von 5 Jahren nach der Tat. Diese Verjährungsfrist ist in § 78 Abs. 3 Nr. 4, Abs. 4 StGB gesetzlich geregelt.

Gewerbsmäßiger Diebstahl im Einzelhandel, indem ein Kunde unbemerkt Ware in seinen Rucksack packt.

Fazit: Gewerbsmäßig oder nicht, Diebstahl lohnt sich nicht

Sich durch gewerbsmäßigen Diebstahl schnell und einfach ein (weiteres) Einkommen zu sichern oder Gegenstände des alltäglichen Lebens nicht mehr bezahlen zu müssen, mag verlockend klingen. Dennoch gilt: Gewerbsmäßiger Diebstahl zählt zu den besonders schweren Diebstählen und wird mit viel längeren Freiheitsstrafen bestraft als ein einfacher Diebstahl. Wer sich sicher ist, mit einem einfachen Diebstahl davonzukommen, kann sich bitter täuschen. Allein die Absicht, sich aus einer wiederholten Reihe von Diebstählen eine langfristige Einnahmequelle zu schaffen, reicht für eine Ahndung wegen gewerbsmäßigem Diebstahl aus. Zudem wird die Tat ins Vorstrafenregister aufgenommen.

In unserem Online-Check erhalten Betroffene alle Informationen, die sie rund um die Folgen eines gewerbsmäßigen Diebstahls benötigen. Unsere Rechtsexperten betreuen Sie ganz individuell. So können rechtliche Fragen schnell und einfach geklärt werden.

Mann begeht gewerbsmäßigen Diebstahl, indem er in der Dämmerung ein Auto knackt.
Zum Online-Check
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