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Anwalt Körperverletzung

Anwalt einschalten bei Körperverletzung? So verhalten Sie sich richtig 

9. November 2022 um 11:11

Die Körperverletzung ist eine der häufigsten Straftaten in Deutschland und wird auch vor Gericht regelmäßig verhandelt. Da allerdings nicht alle Delikte zur Anzeige gebracht werden, dürfte die Dunkelziffer der begangenen Körperverletzungen hoch ausfallen. Doch wann es sinnvoll sein kann, einen Anwalt einzuschalten und warum es wichtig ist, sich bei einer Körperverletzung rechtlich unterstützen zu lassen, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Anwalt notiert angezeigte Körperverletzung auf einem Blatt Papier.
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Körperverletzung liegt immer dann vor, wenn eine Person durch eine andere gesundheitlich geschädigt oder körperlich misshandelt wird.
  • Vor allem wenn Betroffene eine finanzielle Entschädigung, etwa Schmerzensgeld durchsetzen wollen, lohnt es sich einen Anwalt einzuschalten.
  • Bereits bei einer einfachen Körperverletzung droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe. Auch der Versuch kann bestraft werden. Daher sollten Beschuldigte sich ebenfalls juristische Hilfe sichern.
  • Über den SIEGFRIED Online-Check erhalten Betroffene eine erste Einschätzung zu Ihren Handlungsmöglichkeiten.

Was ist Körperverletzung und welche Anwälte sind zuständig?

Die Körperverletzung ist eine Straftat, die im Strafgesetzbuch geregelt ist (§§ 223-231 StGB). Sie ist immer dann gegeben, wenn jemand eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt. Auch der Versuch ist strafbar.

Eine Gesundheitsschädigung ist immer dann gegeben, wenn die Körperfunktionen des Betroffenen mindestens vorübergehend beeinträchtigt sind. Das ist vor allem bei inneren, nicht sichtbaren Verletzungen der Fall.

Bei der körperlichen Misshandlung ist die Schädigung meist nach außen sichtbar (etwa Wunden, Kratzer oder Blutergüsse). Eine körperliche Misshandlung ist juristisch gesehen also immer dann gegeben, wenn die körperliche Unversehrtheit nicht unerheblich beeinträchtigt wurde.

Der Grundtatbestand ist die einfache Körperverletzung (§ 223 StGB). In schweren Fällen wird die Strafe verschärft, hierzu müssen allerdings bestimmte Umstände vorliegen. Liegt zudem keine vorsätzliche Körperverletzung vor, kann es sich um einen Fall der fahrlässigen Körperverletzung (§ 229 StGB) handeln. Mehr dazu im Folgenden.

Arten der Körperverletzung

Neben der einfachen Körperverletzung gibt es noch weitere Körperverletzungsdelikte, die meist eine höhere Strafe nach sich ziehen können und bei denen gewisse zusätzliche Anforderungen erfüllt sein müssen:

  1. Gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB): Bei gefährlicher Körperverletzung handelt die schädigende Person mit Hilfe bestimmter Werkzeuge. Ein solcher Fall kann etwa dann vorliegen, wenn Personen mit Hilfe von Waffen oder Gift geschädigt werden oder die Körperverletzung durch eine Gruppe begangen wird. Es kommt hier also darauf an, wie die Körperverletzung begangen wurde.
  2. Schwere Körperverletzung (§ 226 StGB): Bei schwerer Körperverletzung ist nicht entscheidend, wie die Person verletzt wurde, sondern was dabei geschädigt worden ist. Werden etwa wichtige Organe, Glieder oder das Seh- oder Hörvermögen beeinträchtigt, liegt meist eine schwere Körperverletzung vor.
  3. Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB): Stirbt die geschädigte Person in Folge der Körperverletzung, handelt es sich im Regelfall um eine Körperverletzung mit Todesfolge.

Neben der vorsätzlichen Körperverletzung gibt es den Fall der fahrlässigen Körperverletzung, die - wie der Name schon sagt - nur fahrlässig begangen wird. Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die handelnde Person keine Körperverletzung begehen wollte, dieses Delikt aber aus Versehen verwirklicht hat.

Ein häufiger Fall ist dabei der Autounfall. Autofahrer wollen in der Regel keine anderen Verkehrsteilnehmer verletzen, dennoch kommt es aufgrund des Unfalls häufig zu Körperverletzungen.

Frau ist Opfer von Körperverletzung geworden und spricht mit ihrem Anwalt.

Aus juristischer Sicht liegt Fahrlässigkeit vor, wenn die handelnde Person eine (mögliche und zumutbare) Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen hat, obwohl er die Körperverletzung hätte voraussehen können. Nähere Einzelheiten sind immer vom individuellen Fall abhängig und können durch einen erfahrenen, spezialisierten Anwalt besser beurteilt werden. Über den Strafrechts-Check von SIEGFRIED erfahren Sie mehr über Ihre individuellen Handlungsmöglichkeiten.

Zum Online-Check

Körperverletzung: Wann sollte welcher Anwalt kontaktiert werden?

Da es sich bei der Körperverletzung um eine Straftat handelt, sind Anwälte im Strafrecht für solche Delikte vorrangig zuständig. Insbesondere beschuldigte Personen können einen Strafverteidiger oder einen Fachanwalt für Strafrecht aufsuchen, um rechtliche Unterstützung einzuholen. Aber auch betroffene Personen können eine Straftat zur Anzeige und ggf. vor Gericht bringen.

Allerdings kann wegen einer Körperverletzung auch Schmerzensgeld gefordert werden. Hierbei handelt es sich um einen zivilrechtlichen Anspruch, bei dem sich Betroffene von einem Anwalt mit Spezialisierung auf das Zivilrecht (z.B. Verkehrsrecht) beraten lassen sollten. Dies ist insbesondere für geschädigte Personen (z.B. Unfallopfer) relevant.

Gut zu wissen

Wenn die beschuldigten Personen bereits wegen einer strafrechtlichen Körperverletzung verurteilt wurden, ist im Zivilprozess meist keine ausführliche Beweisführung mehr nötig. Daher ist es ratsam, zunächst ein strafrechtliches Verfahren anzustreben und auf diesem Wege später Schmerzensgeld einzufordern.

Körperverletzung: Dann sollten Sie einen Anwalt einschalten

Wer an seinem Körper oder der Gesundheit geschädigt wurde, kann zunächst immer eine Anzeige bei der Polizei stellen. Dies ist in vielen Bundesländern mittlerweile unkompliziert online möglich. Sie können die Anzeige jederzeit stellen, auch ohne selbst betroffen gewesen zu sein.

Meist ist eine einfache Anzeige allerdings nicht ausreichend, es muss ein Strafantrag gestellt werden. Das bedeutet, dass Sie von den Ermittlungsbehörden ausdrücklich verlangen, in Ihrem Fall zu ermitteln. Aus diesem Grund können auch nur direkt betroffene Personen einen Strafantrag einreichen.

Bei einer Anzeige weisen Sie im Gegensatz dazu nur darauf hin, dass möglicherweise ein strafbares Verhalten vorliegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ermittlungen nach einer kurzen Zeit wieder eingestellt werden, ist bei Letzterem also wesentlich höher.

Darüber hinaus ist es möglich, Schadenersatz oder Schmerzensgeld zu fordern. Möchten Sie also in Geld entschädigt werden, sollten Sie sich immer an einen Anwalt wenden, der Ihre zivilrechtlichen Ansprüche durchsetzt und im Zweifel eine Klage für Sie vorbereitet. Prüfen Sie Ihre Handlungsmöglichkeiten im Strafrechts-Check von SIEGFRIED.

Gut zu wissen

Gerade bei schwerwiegenden Fällen, etwa wenn Geschädigte berufsunfähig werden, längere Zeit starke Schmerzen erleiden oder eine Haushaltshilfe benötigen, können diese Ausgaben ersetzt bzw. durch ein Schmerzensgeld ausgeglichen werden.

Werden Sie einer Körperverletzung beschuldigt und wegen einer einfachen, gefährlichen oder schweren Körperverletzung angezeigt, sollten Sie sich in jedem Fall an einen erfahrenen, spezialisierten Anwalt wenden. Gehen Sie infolge einer Vorladung niemals allein zur Polizei, auch dann nicht, wenn Sie zu Unrecht angezeigt wurden.

Kontaktieren Sie im Idealfall einen Anwalt, der Akteneinsicht beantragt, die Beweislage prüft und mit Ihnen die passende Verteidigungsstrategie für Ihren Fall wählt. Durch eine unüberlegte Aussage bei der Polizei können Beschuldigte sich schnell selbst belasten und so zu ihrer eigenen Verurteilung beitragen.

Anwälte klären auf: Diese Strafen drohen bei Körperverletzung

Nehmen Sie eine Anzeige wegen Körperverletzung nie auf die leichte Schulter, aber verfallen Sie auch nicht in Panik, wenn gegen Sie ermittelt wird. Auch wenn bei einer Verurteilung sensible Strafen drohen: Bewahren Sie Ruhe und schalten Sie im Zweifel einen erfahrenen Strafverteidiger oder einen Anwalt im Strafrecht ein, um sich über Ihre Rechte und Pflichten aufklären zu lassen.

Drohen für die einfache Körperverletzung bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, können bei qualifizierten Delikten Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren verhängt werden.

Mann begeht Körperverletzung und ballt seine Faust vor dem Betroffenen.

Führt die Körperverletzung zum Tod der anderen Person, so ist mit einer Freiheitsstrafe von mindestens 3 Jahren zu rechnen. Hier scheidet dann auch eine Bewährungsstrafe aus. Ein erfahrener Strafverteidiger und eine möglichst frühzeitige Verteidigungsstrategie können unter Umständen bewirken, dass das Verfahren gegen Sie eingestellt wird, ohne dass es zu einer Anklage kommt. In vielen Fällen ist auch eine Strafmilderung oder sogar ein Freispruch möglich. Betroffenen ist daher immer zu raten, es nicht so weit kommen zu lassen und möglichst früh Einfluss auf das Verfahren zu nehmen. Es geht schließlich um die eigene Freiheit. Wenn gegen Sie ermittelt wird, ist es ratsam, einen spezialisierten Anwalt einzuschalten, der Sie umfassend berät und durch das Verfahren begleitet.

Fazit: Körperverletzung ernstnehmen und Anwalt einschalten

Von der Ohrfeige bis zum Tod bei einem Verkehrsunfall - Körperverletzungsdelikte sind sehr individuell und können mit unterschiedlichen Strafrahmen behaftet sein. Auch wenn - oder gerade weil - der Tatbestand der Körperverletzung schnell erfüllt ist, sollten Betroffene mit dieser Straftat nicht leichtfertig umgehen.

Bei einer Verurteilung drohen im Zweifel erhebliche Strafen, denen mit einem erfahrenen Anwalt im Strafrecht und einer frühzeitigen Verteidigung entgegengewirkt werden kann. Zudem lassen sich zivilrechtliche Ansprüche wie Schmerzensgeld ebenfalls mit Hilfe eines erfahrenen Anwalts durchsetzen. Schalten Sie daher schnellstmöglich einen Anwalt ein, wenn Ihnen eine Körperverletzung vorgeworfen wird oder Sie eine Entschädigung anstreben

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