Home
Aufhebungsvertrag erhalten

Aufhebungsvertrag erhalten? Darum sollten Sie ihn unbedingt rechtlich prüfen lassen

8. März 2022 um 19:16

Die Kündigung ist nicht der einzige Weg, ein Arbeitsverhältnis zu beenden. Oft bieten Unternehmen ihren Angestellten einen Aufhebungsvertrag an, etwa weil sie damit die gesetzliche Kündigungsfrist umgehen wollen.

Welche Folgen eine Unterschrift ohne eingehende Prüfung nach sich ziehen kann und wie Betroffene sich davor schützen, zeigt der folgende Artikel.

Artikel teilen
Frau unterschreibt einen Aufhebungsvertrag.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Aufhebungsverträge zur Beendigung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses sind einvernehmlich - beide Seiten haben ein Mitspracherecht.
  • Nicht immer ist der Aufhebungsvertrag jedoch die beste Lösung für Arbeitnehmer.
  • Oftmals können durch einen nicht idealen Aufhebungsvertrag Benachteiligungen für den Arbeitnehmer entstehen, z.B. beim Arbeitslosengeld.
  • Arbeitnehmer sollten deshalb eine Aufhebungsvereinbarung immer genau prüfen und sich ggf. über einen Online-Check Hilfe von Experten holen.

    Aufhebungsvertrag annehmen?

    So prüfen Angestellte, ob sich die Unterschrift lohnt.

    In unserem Arbeitsrecht-Check, der von spezialisierten Partneranwälten konzipiert wurde, können Sie Ihren Aufhebungsvertrag kostenlos und unverbindlich prüfen lassen. Nach der Eingabe weniger Informationen zu Ihrem Aufhebungsvertrag, erhalten Sie bereits eine erste Einschätzung, ob der Inhalt Ihnen wirklich Vorteile bringt.

    Aufhebungsvertrag jetzt prüfen

    Welche Vor- und Nachteile bringt ein Aufhebungsvertrag für Arbeitgeber und Arbeitnehmende?

    Mit dem Aufsetzen einer Aufhebungsvereinbarung gestalten Arbeitgeber und Beschäftigte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses einvernehmlich. Genauer gesagt ersetzt die Vereinbarung eine Kündigung. Beide Seiten legen darin fest, unter welchen Bedingungen das Arbeitsverhältnis aufgelöst werden soll.

    Unterschied zwischen Kündigung, Aufhebungsvertrag und Abwicklungsvertrag:
    • Mit einer Kündigung beendet eine der beiden Parteien des Arbeitsvertrags ein bestehendes Arbeitsverhältnis.
    • Der Aufhebungsvertrag ist eine einvernehmliche Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis aufzuheben.
    • Der Abwicklungsvertrag wickelt ein bereits gekündigtes Arbeitsverhältnis ab.

    Ein Aufhebungsvertrag durch Arbeitnehmer biete die Möglichkeit, schneller aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis zu kommen. Das ist zum Beispiel dann gewünscht, wenn Beschäftigte bereits eine neue Stelle gefunden haben und unabhängig von einer langen Kündigungsfrist sein wollen.

    Auch Unternehmen setzen statt auf eine Kündigung oft auf einen Aufhebungsvertrag. Arbeitgeber umgehen damit einige Nachteile, die ihnen eine Kündigung bringen würde:

    • Sie müssen keine Kündigungsschutzklage fürchten.
    • Beim Aufhebungsvertrag gelten für sie keine Kündigungsschutzvorschriften.
    • Sie müssen den Betriebsrat nicht anhören.
    • Sie sind beim Aufhebungsvertrag an keine Kündigungsfristen gebunden.

    Der Preis dafür ist in der Regel eine hohe Abfindung, die Arbeitgeber zahlen müssen. Doch auch Beschäftigten können durch den Aufhebungsvertrag Nachteile entstehen. Die wichtigsten Risiken fasst der folgende Überblick zusammen.

    Finanzielles Risiko beim Aufhebungsvertrag: Sperrzeit für Arbeitslosengeld

    Das Unterzeichnen eines Aufhebungsvertrags zieht für Beschäftigte eine Sperrzeit bei der Agentur für Arbeit nach sich. Bis zu zwölf Wochen lang kann der Anspruch auf Arbeitslosengeld für Angestellte gesperrt werden.

    Da die Kündigung einvernehmlich erfolgt ist, geht die Arbeitsagentur von einer selbst herbeigeführten Arbeitslosigkeit aus und zahlt deshalb kein Arbeitslosengeld bei einem Aufhebungsvertrag.

    Arbeitslosengeld nach Aufhebungsvertrag trotzdem erhalten – geht das?

    Wären Mitarbeitende ohne eine Aufhebungsvereinbarung durch ihren Arbeitgeber gekündigt worden oder lag ein wichtiger Grund wie Mobbing vor, erhalten sie trotz Auflösungsvertrag Arbeitslosengeld. Dazu muss der Vertrag eine entsprechende Klausel erhalten.

    Zeitliches Risiko beim Aufhebungsvertrag: Kündigungsfrist entfällt

    Sobald Arbeitgeber und Arbeitnehmende gemeinsam den Aufhebungsvertrag unterzeichnen, entfallen die gesetzlich oder die vertraglich festgelegten Kündigungsfristen. Bei einem Jobwechsel können Beschäftigte das Arbeitsverhältnis dadurch vorzeitig beenden.

    Für Arbeitnehmende gilt bei einem aktiv eingeforderten Aufhebungsvertrag: Frist nicht vergessen – wer für einen neuen Job vorzeitig aus dem Arbeitsvertrag will und keinen Aufhebungsvertrag durchsetzen kann, muss sich an die vereinbarte Kündigungsfrist halten und dafür genug Zeit einplanen.

    Auf der anderen Seite könnten Arbeitgeber versuchen, Angestellte zu einer Unterschrift zu bewegen, um sie schnell loszuwerden. Beschäftigte sollten eine solche Vereinbarung nicht ohne Abfindung eingehen.

    Mann reicht einem weiteren Mann den Aufhebungsvertrag.

    Gefahr bei Aufhebungsvertrag: Resturlaub geht verloren

    Endet ein Arbeitsverhältnis, stellt sich oft die Frage, was mit dem Resturlaub passiert. Können noch offene Urlaubstage nicht genommen werden, muss dieser Anspruch in der Regel ausgezahlt werden. Bestimmte Klauseln im Aufhebungsvertrag können jedoch dazu führen, dass noch bestehender Anspruch auf Urlaub komplett verfällt.

    Was bedeutet ein Aufhebungsvertrag für die Rente?

    Aufpassen sollten Menschen, die eine betriebliche Altersvorsorge über ihren Arbeitgeber abgeschlossen haben. Die Anwartschaften auf Betriebsrente könnten mit Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags verfallen.

    Risiken und Nachteile von Aufhebungsverträgen umgehen

    Vor allem das Thema Versorgungsanwartschaften ist komplex und sollte individuell geprüft werden. Das dafür nötige Expertenwissen vermittelt der kostenlose Online-Check von SIEGFRIED.

    Betroffene erfahren innerhalb weniger Minuten, ob für den Aufhebungsvertrag weitere Prüfungen nötig sind, um ihre Rechte zu wahren. Der unverbindliche Online-Check ist in wenigen Minuten erledigt.

    Nachdenkliche Frau hält Aufhebungsvertrag in der Hand.

    Fazit: Kündigung oder Aufhebungsvertrag?

    Es gibt nicht nur verschiedene Gründe, warum ein Arbeitsverhältnis endet, sondern auch unterschiedliche Wege dorthin. Der Aufhebungsvertrag ist die einvernehmliche Lösung, bei der beide Seiten gemeinsam die Rahmenbedingungen festlegen.

    Oft nutzen Arbeitgeber die Aufhebungsvereinbarung allerdings auch als vermeintlich attraktive Alternative zur Kündigung – obwohl davon vor allem die Unternehmen profitieren, denn sie müssen dann weder den Kündigungsschutz noch gesetzliche Kündigungsfristen beachten.

    Beschäftigte ohne Anschlussbeschäftigung riskieren allerdings mit dem Aufhebungsvertrag, Arbeitslosengeld zu verlieren. Auch die Rente und der Resturlaub können bei der einvernehmlichen Kündigung gekürzt werden beziehungsweise verfallen.

    Gemeinsam mit Profis im Arbeitsrecht finden Betroffene eine Antwort auf die Frage: Was ist besser, Aufhebungsvertrag oder Kündigung? Außerdem gehen Angestellte sicher, dass in ihrem Aufhebungsvertrag Abfindung, Resturlaub, Arbeitslosengeld, Rente und weitere Punkte auf die für sie bestmögliche Weise geregelt sind.

    Artikel teilen

    Beliebteste Artikel

    Mann reicht einem weiteren Mann die Kündigung.
    Kündigung durch Arbeitgeber: Was tun?
    Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist für die meisten Menschen erst einmal ein Schock. Sie verlie…
    Mann reicht einem weiteren Mann einen Abfindungs-Scheck.
    Abfindung bei Kündigung: Was steht Arbeitnehmern zu?
    Eine Kündigung gehört zu den schwierigsten Situationen im Arbeitsleben. Eine Abfindung kann dabei he…
    Symbolische Darstellung: Stempel mit der Aufschrift "Veto".
    Kündigung widersprechen: So gehen unrechtmäßig gekündigte Arbeitnehmer vor
    Eine Kündigung trifft Angestellte oft unvorbereitet. Bleibt die Suche nach einem Anschlussjob erfolg…
    Kündigungsschutz Paragraph im Gesetzbuch.
    Kündigungsschutzklage - Fristen, Kosten & Abfindung
    Die Kündigung ist meist ein Schock, aber dennoch sollte man gerade in dieser Situation einen kühlen…
    Kündigungsschreiben mit Kugelschreiber.
    Betriebsbedingte Kündigung: Wann haben Arbeitnehmer Anspruch auf Entschädigung?
    Es gibt verschiedene Gründe, warum Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden kündigen. Der häufigste Grund fü…

    Top Themen

    Abgasskandal: Zusammenfassung und Ausblick auf 2022