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Kündigung durch Arbeitgeber

Kündigung durch Arbeitgeber: Was tun?

8. März 2022 um 19:03

Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist für die meisten Menschen erst einmal ein Schock. Sie verlieren das Gefühl der Sicherheit und machen sich Gedanken über ihre finanzielle Situation. Auch wenn es schwer fällt, jetzt heißt es erst einmal Ruhe bewahren. Was Sie nach einer Kündigung durch den Arbeitgeber tun können und welche Möglichkeiten Sie jetzt haben, um Ihre Ansprüche durchzusetzen, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Mann reicht einem weiteren Mann die Kündigung.
Das Wichtigste in Kürze
  • Frisch gekündigt? Handeln Sie sofort – beachten Sie unbedingt die dreiwöchige Klagefrist für eine Kündigungsschutzklage.
  • Mündliche Kündigungen, eine Kündigung per E-Mail oder Formfehler in der Kündigung können Gründe für eine Anfechtung sein.
  • Achtung: Unterschreiben Sie weder die Kündigung noch einen Aufhebungsvertrag bevor dieser nicht gründlich durch einen Experten geprüft wurde.
  • Ob Ihre Kündigung rechtmäßig ist, können Sie über einen kostenlosen Online Check prüfen.

    Nach Kündigung durch Arbeitgeber: Meldung bei der Arbeitsagentur

    Sobald Sie erfahren, dass Sie gekündigt werden, also demnächst keinen Job mehr haben, müssen Sie sich unverzüglich bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Sie können sich online über die Website der Arbeitsagentur, telefonisch, schriftlich oder persönlich arbeitssuchend melden. Wichtig ist nur, dass Sie es sofort tun. Ansonsten kann es sein, dass Sie später Einbußen beim Arbeitslosengeld in Kauf nehmen müssen.

    Ob außerordentliche oder fristlose Kündigung: Schreiben genau prüfen

    Wenn die Kündigung durch Ihren Arbeitgeber ausgesprochen wurde, sollten Sie diese erst einmal prüfen. Dabei sollten Sie auf diese Punkte achten:

    • Schriftform: Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss auf jeden Fall schriftlich auf Papier erfolgen. Mündlich, per SMS oder E-Mail kann nicht gekündigt werden. Experten raten davon ab, sich zu weigern, die Kündigung durch den Arbeitgeber anzunehmen. Nehmen Sie diese stattdessen erst einmal entgegen, bleiben Sie ruhig und lassen Sie die Kündigung in Ruhe prüfen.
    • Datum überprüfen: Hier geht es nicht um das Datum, das auf dem Kündigungsschreiben steht. Wichtig ist das Datum, an dem die Kündigung Sie erreicht hat bzw. hätte erreichen sollen. Wenn die Kündigung durch den Arbeitgeber per Einschreiben versendet wurde, sollten Sie nicht länger als drei Tage warten, bis Sie dieses abholen. Wieso ist das Datum so wichtig? Hier geht es um die dreiwöchige Klagefrist für eine Kündigungsschutzklage. Mehr Informationen dazu finden Sie weiter unten im Text.
    • Unterschrift checken: Achten Sie darauf, wer das Kündigungsschreiben seitens des Arbeitgebers unterschrieben hat. Denn das darf nicht irgendein Mitarbeiter erledigen, sondern nur folgende Personen:
    • Geschäfts- oder Unternehmensinhaber
    • Geschäftsführer
    • Prokurist
    • Leiter der Personalabteilung oder andere Personen mit entsprechender Vollmacht
    Jetzt Kündigung prüfen

    Aufhebungsvertrag für Arbeitnehmer: Was ist zu beachten?

    Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist auch dann wirksam, wenn Sie als Gekündigter diese nicht unterschreiben. Im Gegenteil, Anwälte raten dazu, ohne eingehende Prüfung nichts zu unterschreiben – auch nicht, wenn Sie dazu gedrängt werden.

    Mann vor Laptop reicht einer Person die Kündigung.

    Unterschreiben Sie insbesondere keinen Aufhebungsvertrag, den Ihnen Ihr Arbeitgeber nach der Kündigung vorlegt. Solche Verträge erschweren ein rechtliches Vorgehen erheblich, wenn Sie sich später dafür entscheiden. Außerdem droht dadurch ein geringeres Arbeitslosengeld. Wenn sie einen Aufhebungsvertrag erhalten, hat das auch zur Folge, dass es keine üblichen Kündigungsfristen gibt. Daher könnte es sein, dass Sie das Unternehmen sofort verlassen müssen. Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber müssen die vertraglichen oder gesetzlichen Kündigungsfristen eingehalten werden. Ist im Arbeitsvertrag keine Kündigungsfrist festgelegt, gelten die gesetzlichen Fristen. Diese hängen davon ab, wie lange Sie angestellt waren. Beispielsweise:

    • 0 bis 6 Monate (Probezeit): 2 Wochen zu jedem beliebigen Tag
    • 7 Monate bis 2 Jahre: 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende
    • 2 Jahre: 1 Monat zum Monatsende
    • 5 Jahre: 2 Monate zum Monatsende
    • 8 Jahre: 3 Monate zum Monatsende

    Kündigungsschutzklage ja oder nein? So gehen Verbraucher am Besten vor

    Im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes soll mit einer Kündigungsschutzklage erreicht werden, dass der Gekündigte bei seiner Arbeitsstelle bleiben darf und die Kündigung somit aufgehoben wird. Die Realität sieht aber anders aus: Mit einer Kündigung durch den Arbeitgeber drückt dieser seine Unzufriedenheit aus. Fraglich ist daher, ob ein einmal gekündigter Arbeitnehmer wieder zur Arbeit gehen möchte, als wäre nichts gewesen.

    In der Praxis geht es bei einer Kündigungsschutzklage daher meistens um eine Abfindung. Außerdem kann erreicht werden, dass das Ende des Arbeitsverhältnisses nach hinten verschoben wird und Sie dadurch länger bezahlt werden.

    Mann nach Kündigung mit Gegenständen in Box.

    Aber Achtung: Eine Kündigungsschutzklage müssen Sie innerhalb von drei Wochen nach Eingang der Kündigung einreichen. Dafür sollten Sie sich immer von einem Anwalt beraten und unterstützen lassen.

    Prüfen Sie jetzt ganz einfach mit dem SIEGFRIED Online-Check, ob Ihre Kündigung rechtmäßig war und ob Sie Anspruch auf eine Abfindung bei Kündigung haben.

    Fazit: Kündigung durch Arbeitgeber erhalten

    Sie haben eine Kündigung durch Ihren Arbeitgeber erhalten? Dann reagieren Sie professionell, bleiben Sie ruhig und nehmen Sie die Kündigung erst einmal entgegen.

    Wichtig: Unterschreiben Sie nichts! Lassen Sie Ihre Kündigung und eventuelle Ansprüche anschließend in aller Ruhe überprüfen. Ein Experte kann Ihnen schnell sagen, ob in Ihrem Fall rechtlich alles in Ordnung ist. Ist das nicht der Fall, können Sie gegebenenfalls gegen Ihre Kündigung vorgehen und eine Abfindung durchsetzen.

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