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Lebensversicherung verkaufen

Lebensversicherung verkaufen? Vorteile, Nachteile und lukrative Alternativen

8. März 2022 um 17:53

Immer mehr Menschen blicken pessimistisch in die Zukunft. Sorgen bereitet den Deutschen nicht nur der Klimawandel, sondern auch drohende Altersarmut. Um sie zu verhindern, haben viele Menschen eine Lebensversicherung als private Vorsorge abgeschlossen. Doch diese gilt inzwischen längst als unrentabel. Viele Versicherte wollen deshalb ihre Lebensversicherung verkaufen – doch lohnt sich das? Und gibt es lukrative Alternativen?

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Schutz durch eine Lebensversicherung, symbolisch dargestellt.
    Das Wichtigste in Kürze:
    • Auszahlungen von Lebensversicherungen sinken um bis zu 40%. Rückabwicklungen oder der Verkauf an Policen-Ankäufer sind für Versicherte meist ein finanzielles Minusgeschäft.
    • Viele Lebensversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden, enthalten fehlerhafte Widerrufsbelehrungen.
    • Die Folge: Auch Jahre später können Versicherte ihre Lebensversicherung widerrufen.
    • Ob Ihre Lebensversicherung widerrufen werden kann, können Sie über einen kostenlosen Online-Check prüfen.

    59 Prozent der Deutschen fürchten, im Alter finanziell nicht ausreichend abgesichert zu sein – das ist eines der Ergebnisse der jährlichen Ernst & Young-Umfrage zur Verbraucherstimmung in Deutschland. Tatsächlich liegt die gesetzliche Rente laut Medienberichten im Durchschnitt bei unter 1.000 Euro. Die staatliche Absicherung allein reicht für viele Menschen längst nicht mehr aus, um ihren hohen Lebensstandard auch im Alter aufrecht zu halten.

    Private Altersvorsorge ist heute wichtiger denn je. Viele haben schon vor Jahren auf Lebensversicherungen gesetzt, um sich für die Zukunft abzusichern. Renditen im Sinkflug haben jedoch bewirkt, dass viele Verträge heute nicht mehr lukrativ sind. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher wollen deshalb aussteigen und ihre Lebensversicherung verkaufen. Allerdings ist das nur ein Ausweg. Und vielen ist überhaupt nicht klar, wie unrentabel dieser Weg tatsächlich ist.

    Die dringendsten Gründe für den Ausstieg aus der Lebensversicherung

    Ähnlich wie bei der privaten Krankenversicherung ist der Abschluss einer Lebensversicherung eine langfristige Entscheidung. Versicherte erhoffen sich durch eine langfristige Vertragsbindung eine langanhaltende Sicherheit für ihr Vermögen.

    Allerdings bergen jahrelang bestehende Verträge auch Risiken: Bei Abschluss ist die Entwicklung der eigenen Lebensumstände unmöglich absehbar. Nicht nur im Familiären, auch im Beruf oder bei den Finanzen kann sich alles plötzlich ändern. Hinzu kommen äußerliche Umstände wie Finanzkrisen und Pandemien, die komplette Wirtschaftssysteme auf den Kopf stellen können.

    Im Fall von Lebensversicherungen haben die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB sowie hohe Provisionen und laufende Gebühren dazu geführt, dass viele Verträge inzwischen ein Verlustgeschäft für Versicherte sind. Expertinnen und Experten, die den Markt beobachten, gehen von 40 % geringeren Auszahlungen aus als zum Abschluss der Versicherungen prognostiziert.

    Zusammenfassung wichtiger Gründe für Versicherte, aus ihrer Lebensversicherung auszusteigen:

    1. Die persönlichen Lebensumstände haben sich verändert: Eine Scheidung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Corona-Pandemie können zu finanziellen Engpässen führen. Aus dem Verkauf der Lebensversicherung erhoffen sich Betroffene Geld zur Überbrückung der Notlage.
    2. Das Vertrauen in die Lebensversicherung ist beschädigt: Der massenhafte Verkauf von Versicherungsverträgen an „Run-Off-Firmen“ hat zu einem dramatischen Vertrauensverlust bei den Kundinnen und Kunden vieler Versicherungsanbieter geführt.
    3. Es gibt mittlerweile lukrativere Möglichkeiten, Geld anzulegen: Seit dem Versicherungs-Boom in den 1990er Jahren haben sich neue Möglichkeiten der Altersvorsorge etabliert. Immer mehr Menschen setzen zum Beispiel lieber auf Immobilien oder ETFs.
    Kostenloser Versicherungs-Check

    Die Lebensversicherung verkaufen: Rentabler als die Kündigung oder ein Verlustgeschäft?

    Wer heute noch eine Lebensversicherung besitzt, steckt damit oft in der „Versicherungsfalle“. Um ihr zu entkommen, können Verbraucherinnen und Verbraucher ihre längst unrentabel gewordene Lebensversicherung verkaufen. Doch lohnt sich das?

    Der Verkauf erfolgt üblicherweise bequem online. Spezialisierte Ankäufer von Lebensversicherungspolicen machen Interessierten ein Angebot und führen die Policen nach dem Verkauf weiter. Sie spekulieren darauf, am Ende der Laufzeit einen Gewinn zu machen.

    Lebensversicherung verkaufen: Ja und Nein Symbole auf Boden.

    Vor- und Nachteile des Verkaufs:

    • Wer seine Police verkauft, muss keine Beiträge mehr zahlen.
    • Allerdings geht auch der Anspruch auf eine mögliche Rendite verloren.
    • Lediglich ein Teil des prognostizierten Gewinns schlägt sich im Verkaufspreis nieder. Deshalb liegt dieser Betrag im Schnitt nur etwas über dem Rückkaufswert – also dem Betrag, den die Versicherung bei Kündigung des Vertrags auszahlen würde.
    • Die bisher gezahlten und meist sehr hohen Verwaltungskosten für die Lebensversicherung gehen sowohl beim Verkauf als auch bei der Rückabwicklung unwiederbringlich verloren.

    Sowohl die Rückabwicklung als auch der Verkauf an Policen-Ankäufer sind für Versicherte ein finanzielles Minusgeschäft. Welche Möglichkeit bleibt dann noch, um aus der Lebensversicherung auszusteigen?

    Widerruf als lukrative Alternative

    Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in den vergangenen Jahren die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern mit Lebensversicherungen gestärkt. Eine verbraucherfreundliche Lösung für Versicherte mit unrentablen Verträgen ist der „Widerrufsjoker“.

    Wer kann die Lebensversicherung widerrufen?

    Bei Abschluss einer Lebensversicherung in den Jahren zwischen 1994 und 2007 besteht häufig ein Anspruch auf die Rückabwicklung der Versicherung per Widerruf. Denn viele ältere Versicherungsverträge enthalten fehlerhafte Widerrufsbelehrungen. Laut BGH haben Versicherte damit bis heute ein Widerrufsrecht.

    Wer die Lebensversicherung widerruft, kann vom Versicherungsanbieter alle bereits bezahlten Beiträge zurückfordern. Außerdem muss die Versicherung die Verwaltungskosten übernehmen.

    Beispielrechnung – so rentabel ist der Widerruf:

    Bisher bezahlte Beträge: 30.000€

    Auszahlung bei Kündigung
    Auszahlung bei Widerruf

    20.300 €

    nach Abzug der Verwaltungskosten und der laufenden Gebühren

    Auszahlung bei Widerruf

    34.400 €

    inklusive aller bereits gezahlten Beträge, ohne Abzug und Verwaltungskosten

    Verlust

    Auszahlung bei Widerruf

    Gewinn

    - 9.700 €

    Auszahlung bei Widerruf

    + 14.100 € 

    im Vergleich zur Kündigung

    Was empfehlen Versicherungsexperten?

    Die Verbraucherzentrale und Expertinnen und Experten sind sich einig: Wer eine Lebensversicherung besitzt, sollte zunächst prüfen lassen, ob der laufende Vertrag noch rentabel ist. Die Prüfung sollte möglichst durch eine unabhängige Stelle erfolgen. Als nächstes ist zu prüfen, ob ein Widerruf infrage kommt.

    Paar mit Unterlagen zur Lebensversicherung.

    Mit einem kostenlosen Versicherungs-Check ist diese Überprüfung innerhalb weniger Minuten online erledigt. Verbraucher mit einer Lebensversicherung erhalten so eine unverbindliche und schnelle Ersteinschätzung zu ihren Möglichkeiten und können den für sie lukrativsten Ausweg aus der Lebensversicherung wählen.

    Lebensversicherung verkaufen: Was muss ich beachten?

    Sie wollen Ihre unrentable Lebensversicherung verkaufen? Lernen Sie alternative Auswege kennen und vermeiden Sie finanzielle Nachteile!

    Lebensversicherung verkaufen: ein Blick auf sinnvolle Alternativen

    Zu wenig Geld im Alter: Eine Ernst & Young-Studie zeigte, dass jeder zweite Deutsche sich Sorgen um die Absicherung im Alter mache. Zurecht – denn die Durchschnittsrenten sind mit rund 600 bis 1000 Euro teilweise so niedrig, dass sie einfach nicht zum vorherigen Lebensstandard reichen. Mit einer Lebensversicherung begannen also viele Verbraucher, sich privat abzusichern. Das Problem: Heute sind Lebensversicherungen mit stark sinkender Rendite oft nicht mehr lukrativ. Wieso das so ist und wie Verbraucher am sinnvollsten aus der Versicherung aussteigen können, erklärt dieser Artikel. Denn die Lebensversicherung zu verkaufen, ist nur ein Weg – und nicht sehr rentabel.

    Die Lebensversicherung: Gründe auszusteigen

    Das Risiko solch einer langfristigen Vertragsbindung: Niemand kann bei Abschluss des Vertrages finanzielle Veränderungen vorhersehen. Lebensumstände und somit auch die finanzielle Situation können sich anders entwickeln, als erwartet. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik, hoher Provisionen und laufenden Gebühren sind Lebensversicherungen inzwischen oft ein Verlustgeschäft für Verbraucher. Experten rechnen damit, dass Versicherte bis zu 40% weniger Auszahlung erhalten werden, als bei Abschluss des Vertrags prognostiziert wurde. Dies ist für Betroffene eine der Hauptgründe, jetzt aus der Lebensversicherung aussteigen zu wollen. Es gibt aber auch weitere Gründe, den Vertrag beenden zu wollen:

    1. Finanzielle Veränderungen: Das Leben des Verbrauchers hat sich verändert und er braucht das Geld, zum Beispiel aufgrund der Coronakrise.
    2. Schädigung des Vertrauens in Lebensversicherungen: Die Versicherungen wurden millionenfach an sogenannte Run-Off-Firmen verkauft.
    3. Lukrativere Anlagemöglichkeiten: Für manche Verbraucher gibt es lohnendere Alternativen, um für das Alter Geld zu sparen.

    Fazit: Lebensversicherung verkaufen: ein Verlustgeschäft

    Der Verkauf von Lebensversicherungen ist ein möglicher Weg aus der unlukrativen „Versicherungsfalle“. Dabei wird die Versicherung normalerweise übers Internet verkauft. Hier gibt es zahlreiche Policenkäufer. Der Ankäufer führt die Police weiter, sobald verkauft wurde. Der Verbraucher ist also von seinen Beiträgen befreit. Es bedeutet aber auch, dass die Rendite nach dem Verkauf ebenso an den Ankäufer geht.

    Der Betrag beim Verkauf liegt meist nur knapp über dem Rückkaufswert. Außerdem entstehen oft hohe Verwaltungskosten, für die der Versicherte ebenso selber aufkommen muss – am Ende also ebenfalls oft ein Geschäft mit hohen finanziellen Verlusten für Versicherte. Es gibt also sinnvollere Möglichkeiten, aus der Lebensversicherung auszutreten.

    Widerruf einer Lebensversicherung

    Wer zwischen 1994 und 2007 eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, hat oft Anspruch auf eine Rückabwicklung der Versicherung. Der Grund: Laut Urteil des Bundesgerichtshofs, müssen Widerspruchsbelehrungen im korrekten Rahmen erfolgen – bei vielen älteren Verträgen ist das nicht der Fall. Aufgrund fehlerhafter Widerrufsbelehrungen haben Verbraucher ein Widerrufsrecht – und können alle bereits bezahlten Beiträge sowie Verwaltungskosten rückfordern.

    Aus der Lebensversicherung austreten – was die Verbraucherzentrale empfiehlt

    Sowohl der Verkauf als auch die Kündigung der Lebensversicherung ist für Verbraucher also unrentabel. Eine mögliche und sinnvolle Lösung stellt stattdessen oft der Widerruf des Versicherungsvertrags da. Denn bei einem Widerruf muss die Versicherung die Verwaltungskosten übernehmen. Möglich ist dieser Ausstieg aus der Versicherung durch den sogenannten „Widerrufsjoker“. Laut Gesetz ist eine detaillierte und korrekte Belehrung über die Widerrufsbedingungen nötig – was in älteren Verträgen oftmals nicht der Fall ist. Versicherte, die diesen Widerrufsjoker in Anspruch nehmen, erhalten so alle bereits bezahlten Beträge inklusiver aller Verwaltungskosten zurück.

    Eine Beispielrechnung zeigt, wie viel rentabler ein Widerruf sein kann:

    Ein Verbraucher hat bereits 30.000 Euro an Beiträgen in seine Lebensversicherung eingezahlt. Bei einer Kündigung erhält er, nach Abzug der Verwaltungskosten und der laufenden Gebühren 20.300 Euro gewesen – macht also 9.700 Euro Verlust. Bei einem Widerruf seines Vertrages erhält er alle bereits gezahlten Beträge, ohne Abzug – und insgesamt eine Auszahlung von 34.400 – ein Plus von 14.100 Euro im Vergleich zur Kündigung.

    Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb: Verbraucher sollten von unabhängiger Stelle überprüfen lassen, ob die laufende Lebensversicherung noch rentabel ist und ein Widerruf sinnvoll sein kann. Möglich ist eine solche Überprüfung der Rentabilität der Lebensversicherung – und möglicher Ansprüche auf einen Widerruf – beispielsweise durch den kostenlosen Online-Check der VerbraucherRitter, mit Hilfe dessen Verbraucher eine schnelle Einschätzung zum lukrativsten Ausweg aus Ihrer Lebensversicherung erhalten.

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