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Wechsel private Krankenversicherung in gesetzliche

Wechsel private Krankenversicherung in gesetzliche: Voraussetzungen und Alternativen

8. März 2022 um 18:28

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet einerseits viele Vorteile für die Gesundheit. Auf der anderen Seite belasten immer höhere Beiträge das Konto vieler PKV-Kundinnen und -Kunden. Wird der finanzielle Druck zu groß, suchen Versicherte häufig Möglichkeiten, um wieder in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückzukehren.

Wir zeigen Ihnen, wer wechseln darf und welche Alternative infrage kommen, wenn eine Rückkehr nicht mehr möglich ist.

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Wechsel von privater Krankenversicherung in die Gesetzliche, symbolisiert durch beschriftete Würfel.
Das Wichtigste in Kürze
  • Steigende Kosten und hohe Beiträge im Alter sind häufige Gründe für den Wechselwunsch von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung.
  • Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche ist nicht immer möglich und sollte gut überlegt sein.
  • Ob sie sich gesetzlich versichern können, hängt bei vielen Menschen vom Alter und ihrer Lebenssituation ab.
  • Da die Voraussetzungen für einen Wechsel streng sind, sollten Versicherte als erstes einen günstigeren PKV-Tarif in Betracht ziehen.
  • Wurden PKV-Beiträge unrechtmäßig erhöht, können Versicherte auch versuchen, Geld zurückzufordern und somit ebenfalls ohne einen Wechsel Kosten zu sparen.
  • Ob PKV Beitragserhöhungen zulässig sind, können Versicherte über einen kostenlosen Online-Check prüfen.

    Voraussetzungen für den Wechsel private Krankenversicherung in gesetzliche

    Die Entscheidung für die PKV ist eine Entscheidung fürs Leben und sollte gut geplant und kalkuliert sein. Doch nicht immer verläuft alles nach Plan – so kann es passieren, dass PKV-Beiträge plötzlich unbezahlbar werden oder die private Krankenversicherung nicht mehr zur persönlichen Situation passt.

    Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung.

    Unabhängig davon, aus welchem Grund Privatversicherte in die GKV wechseln möchten, müssen sie dabei hohe Hürden überwinden. Der Wechsel steht und fällt mit dem Alter. Doch auch das Einkommen spielt eine Rolle.

    Wie kommen Angestellte von der PKV in die GKV?

    Für Beschäftigte gibt es zwei Voraussetzungen, um von privat zu gesetzlich wechseln zu können:

    • Sie müssen jünger als 55 Jahre alt sein.
    • Sie müssen mit ihrem Einkommen unter einen bestimmten Grenzwert fallen.

    2022 liegt dieser Wert bei 64.350 Euro brutto im Jahr. Für Angestellte, deren Gehalt unter dieser sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, besteht automatisch eine Versicherungspflicht in der GKV.

    Liegt der Verdienst etwas über dem Grenzwert, können Beschäftigte unter 55 Jahren versuchen, ihr Gehalt zeitweise zu reduzieren, zum Beispiel durch:

    • eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit mit der Option, nach maximal fünf Jahren wieder in Vollzeit zu arbeiten,
    • das Anlegen eines Arbeitszeitkontos, auf das ein Teil des Gehalts fließt, oder
    • die Umwandlung eines Teils des Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge.

    Wie können über 55-Jährige zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?

    Ab dem 55. Geburtstag bleibt der Weg von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung verschlossen – dann hilft auch die Reduzierung des Gehalts nicht weiter.

    Über folgende Umwege kann eine Rückkehr in Ausnahmefällen gelingen:

    • Aufnahme in die Familienversicherung: Bei Ehepaaren oder in eingetragenen Lebenspartnerschaften steht Privatversicherten der Weg in die beitragsfreie Familienversicherung offen – sofern sie nicht selbstständig sind und höchstens 470 Euro im Monat beziehungsweise 450 Euro mit einem Minijob verdienen.
    • Umweg über das Ausland: Wer seine PKV kündigt, den Wohnsitz ins EU-Ausland verlegt und dort Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung wird, darf nach der Rückkehr nach Deutschland in die GKV eintreten.

    Bevor sie auswandern oder auf ihr Einkommen verzichten, sollten finanziell motivierte Wechselwillige zunächst alle Möglichkeiten zur Reduzierung ihres PKV-Beitrags checken. Mit einem kostenlosen Versicherungs-Check können Versicherte beispielsweise unverbindlich online prüfen lassen, ob ihre letzte Beitragserhöhung wirksam war.

    Kostenloser Versicherungs-Check

    Unter welchen Voraussetzungen können Selbstständige wechseln?

    Da Selbstständige sich jederzeit und unabhängig von ihrem Einkommen privat versichern dürfen, ist ein reduziertes Gehalt für sie keine Lösung für die GKV-Rückkehr.

    Das können Selbstständige unter 55 Jahren für den Wechsel von privater Krankenversicherung in gesetzliche Krankenkasse tun:

    • Zurück in die Festanstellung: Nehmen Selbstständige wieder eine Festanstellung auf und liegt ihr Einkommen dabei unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), sind sie versicherungspflichtig und müssen sich wieder in der GKV versichern.
    • Nebenberufliche Selbstständigkeit: Alternativ können sie die Selbstständigkeit nebenberuflich weiterführen und sich in Teilzeit anstellen lassen. Stunden und Gehalt der Festanstellung müssen die Selbstständigkeit in diesem Fall um mindestens 20 Prozent überwiegen.
    • Familienversicherung oder auswandern: Verheiratete Selbstständige können ihr Geschäft aufgeben und sich beim gesetzlich versicherten Ehepartner oder der Ehepartnerin familienversichern lassen. Auch der Umweg über eine gesetzliche Versicherung im EU-Ausland auf Zeit ist möglich.

    Wechsel von privater Krankenversicherung in die gesetzliche: Was ist zu beachten?

    Steht ihre Entscheidung fest und wollen Versicherte den Weg zurück in die GKV gehen, müssen sie die folgenden Punkte dabei unbedingt berücksichtigen:

    • Vor dem Wechsel Alternativen prüfen: Oft ist ein Wechsel des PKV-Anbieters oder des Tarifs die bessere Lösung als die Rückkehr in die GKV. Denn: Bei Kündigung der PKV verlieren Versicherte nicht nur den Anspruch auf umfangreiche Leistungen, sondern auch auf ihre angesparten Altersrückstellungen.
    • Rechtzeitig kündigen: Wie bei jedem Vertrag gelten auch bei Versicherungsverträgen Kündigungsfristen. Für Privatversicherte gilt eine Frist von drei Monaten zum Ende des Kalenderjahres nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nur, wenn das Gehalt unter die JAEG fällt, oder die PKV ihre Beiträge erhöht. Die PKV-Kündigung muss schriftlich erfolgen.
    • Nicht den Anschluss verpassen: Aufgrund der Versicherungspflicht in Deutschland ist eine Kündigung der Krankenversicherung nur mit einer Anschlussversicherung möglich. Versicherte müssen nachweisen, dass sie nach ihrer Kündigung in der GKV oder bei einem anderen PKV-Anbieter versichert sein werden.

    Fazit: Beitrag reduzieren ohne GKV-Wechsel – geht das?

    Ein Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche ist für viele Menschen ausgeschlossen. Hinzu kommt: Wer aus Kostengründen zurück in die GKV will, gerät durch einen Umzug ins Ausland oder mit einem Einkommen von höchstens 470 Euro im Monat in noch größere finanzielle Schwierigkeiten.

    Wechsel der Krankenversicherung, symbolisiert durch einen Schalter mit den Einstellungen Anbieterwechsel und Preiserhöhung.

    Ist eine Beitragserhöhung der Grund für den Wechselwunsch, können Privatversicherte in der PKV bleiben und trotzdem sparen – indem sie die Wirksamkeit ihrer Beitragserhöhung von Versicherungsprofis prüfen lassen. Denn viele PKV-Anbieter erhöhen ihre Beiträge unrechtmäßig. Das gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern die Chance, zu viel gezahlte Kosten für die PKV zurückzufordern. Die Versicherungsleistungen bleiben davon unberührt.

    Ob Anspruch auf eine Entschädigung durch ihre PKV besteht, finden Privatversicherte am schnellsten mit dem kostenlosen und unverbindlichen Versicherungs-Check von unserem Partner Verbraucherritter heraus. Innerhalb weniger Minuten erfahren sie, ob sie auch ohne Wechsel in die GKV Kosten sparen können.

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