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Anzeige Rufmord

Rufmord anzeigen: So gehen Betroffene am besten vor

14. September 2022 um 08:49

Wer Opfer von Rufmord wird, muss nicht nur einen Imageschaden befürchten, sondern sieht sich im schlimmsten Fall in seiner Existenz bedroht. Personen und Unternehmen sollten deshalb unwahre Behauptungen über sich nicht einfach stehen lassen. Welche Möglichkeiten sie haben, um Verleumdung und üble Nachrede anzuzeigen und welche Strafen drohen, fasst dieser Artikel zusammen.

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Mann zeigt Rufmord an und spricht mit einem Anwalt.
Das Wichtigste in Kürze
  • Rufmord schadet dem Image der Person, über die unwahre Aussagen in der Öffentlichkeit getroffen werden.
  • Das Gesetz spricht dabei von Verleumdung oder übler Nachrede. (§186, §187 StGB) Rufmord ist strafbar und kann zivilrechtlich und strafrechtlich verfolgt werden.
  • Mit einem Online-Check können Betroffene Ihre Möglichkeiten schnell und einfach prüfen.

Was ist Rufmord: Definition und Beispiele

Von Rufmord spricht man im Allgemeinen, wenn in der Öffentlichkeit herabwürdigende oder ehrverletzende Aussagen oder Behauptungen über Personen oder Unternehmen getroffen werden – und zwar mit der Absicht, deren Ruf nachhaltig zu schädigen. Man spricht deshalb auch von Rufschädigung. 

Nicht selten steht bei einem Rufmord das Ansehen von Firmen bei ihrer Kundschaft oder der gute Ruf von Arbeitnehmenden bei ihrem Arbeitgeber auf dem Spiel.

Beispiele für Rufmord

  • Verbreitung von Lügen über eine Person
  • Verbreitung haltloser Gerüchte über ein Unternehmen
  • Schmähkritik, also eine kritische Äußerung über ein Unternehmen oder eine Person, die nur der Diffamierung dient

Ist Rufmord strafbar?

Wer Rufmord begeht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Im Gesetz ist allerdings nicht die Rede von Rufmord, sondern von Verleumdung und übler Nachrede. Die beiden Begriffe sind in den Paragrafen 186 und 187 im Strafgesetzbuch (StGB) wie folgt geregelt:

  • Üble Nachrede (§ 186 StGB): Üble Nachrede begeht, „wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist“. Es geht also um Tatsachen, die nicht eindeutig als wahr beweisbar sind. Wenn ein Nachbar zum Beispiel behauptet, ein anderer Nachbar entsorge seine Gartenabfälle illegal, handelt es sich um üble Nachrede – sofern nicht bewiesen werden kann, dass die Behauptung wahr ist.
  • Verleumdung (§ 187 StGB): Verleumdung liegt vor, wenn jemand „wider besseres Wissen“ eine Tatsache über eine andere Peron behauptet oder verbreitet, um ihr öffentlich zu schaden. In diesem Fall verbreitet eine Person also eine Tatsache, obwohl sie weiß, dass diese unwahr ist. Die Behauptung, ein Unternehmen sei insolvent, obwohl es wissentlich nicht so ist, ist eine Verleumdung.
Gut zu wissen:

Es handelt sich nur dann um Verleumdung oder üble Nachrede, wenn eine Tatsache behauptet wird. Das Vertreten der eigenen Meinung ist hierbei ausgenommen.

Droht bei Rufmord Strafe?

Eine Rufschädigung kann für Betroffene schwerwiegende Folgen haben. Deshalb gilt Rufmord als Straftat. Personen, die anderen damit schaden, müssen mindestens mit einer Geldstrafe rechnen.

  • Für Fälle von übler Nachrede sieht das Strafgesetz neben einer finanziellen Strafe in besonders schweren Fällen auch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Ein solcher schwerer Fall liegt zum Beispiel vor, wenn Behauptungen online verbreitet wurden.
  • Bei der Verleumdung ist der Gesetzgeber sogar noch strenger: Wird eine Person vorsätzlich in der Öffentlichkeit verleumdet, kann ein Gericht neben einer Geldstrafe bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe verhängen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Vorsatz bewiesen werden kann. Welche Rufmord-Strafe angemessen ist, muss außerdem immer von Fall zu Fall entschieden werden.

Bei Rufmord Anzeige erstatten: Diese Möglichkeiten haben Betroffene

Opfer von Rufmord haben verschiedene Möglichkeiten, sich zu wehren. Betroffene können zum einen zivilrechtliche Mittel nutzen oder strafrechtlich dagegen vorgehen. Die folgende Tabelle stellt die beiden Varianten gegenüber.

Zivilrechtliches Vorgehen
Strafrechtliches Vorgehen

Mittel

Zivilrechtliches Vorgehen

Abmahnung

Einstweilige Verfügung

Verleumdungsklage

Strafrechtliches Vorgehen

Strafantrag

Ergebnisse

Zivilrechtliches Vorgehen

Unterlassung 

ggf. Zahlung einer Entschädigung

Strafrechtliches Vorgehen

erurteilung 

Geld- oder Haftstrafe

Jetzt Möglichkeiten prüfen

Abmahnung wegen Rufmord

Der zivilrechtlich erste Schritt gegen Rufmord ist die Abmahnung. Damit erwirken Betroffene außerhalb des Gerichts eine Unterlassung von rufschädigenden Äußerungen in der Öffentlichkeit. Dafür wird zum Beispiel eine Frist von einer Woche gesetzt. 

Die Person, die das Image einer anderen Person geschädigt hat, muss dann eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschreiben. Diese soll verhindern, dass sie in Zukunft noch einmal unwahre Aussagen tätigt. Bei Missachtung droht eine Vertragsstrafe.

Rufmord: Klage und einstweilige Verfügung als Lösung?

Führt die Abmahnung nicht zum Erfolg, weil keine Unterschrift der Unterlassungserklärung zustande kommt, bleibt noch die Klage als wirksames Mittel. Da sich ein Verfahren oft monatelang hinziehen kann, lässt sich mit einer einstweiligen Verfügung ein vorläufiges Ergebnis erzielen.

Die einstweilige Verfügung kommt immer dann infrage, wenn eine schnelle Verbesserung der Situation erforderlich ist. Das ist vor allem bei Rufschädigung im Internet der Fall.

Im letzten Schritt wird der Rechtsstreit dann im Rahmen einer Klage geklärt. Nach einem Rufmord haben Betroffene unter Umständen Anspruch auf Schmerzensgeld. Dies können sie ebenfalls mit einer Verleumdungsklage durchsetzen.

Strafrechtlich gegen Rufmord vorgehen

Wer sich strafrechtlich gegen Rufmord wehren will, muss laut § 194 StGB einen Strafantrag stellen. Eine Strafanzeige allein reicht nicht aus, damit die Behörden ihre Ermittlungen aufnehmen. Außerdem muss der Strafantrag gerechtfertigt sein.

Gut zu wissen:

Den Strafantrag können Betroffene bei einer Polizeidienststelle, der Staatsanwaltschaft oder einem Amtsgericht stellen.

Liegen genug Beweise vor, leiten die Behörden ein Gerichtsverfahren ein. Ansonsten werden die Ermittlungen eingestellt. Betroffene können dann immer noch mit einer Privatklage gegen die Gegenseite vorgehen.

Wie lassen sich die Erfolgsaussichten einer Anzeige erhöhen?

Damit eine Anzeige wegen Rufschädigung gute Aussichten auf Erfolg hat, sollten Betroffene Beweise sammeln. Das könnenZeugenaussagen sein, Notizen oder Screenshots – zum Beispiel, wenn ein Restaurantbesitzer gegen rufschädigende Rezensionen im Internet vorgehen will.

Idealerweise lassen sich Betroffene anwaltlich unterstützen. Es ist in jedem Fall wichtig, Ruhe zu bewahren und sachlich zu bleiben, um nicht selbst einen Rufmord zu begehen. Wer einem Anwalt die Klärung rechtlicher Fragen und das Aufsetzen notwendiger Schriftstücke überlässt, beseitigt viele Stressfaktoren einer Anzeige und eines Verfahrens und kann sich auf einen vernünftigen Umgang mit der Situation konzentrieren.

Rufmord im Internet

Ein Ort, an dem unwahre Behauptungen und schädigende Aussagen sich rasend schnell verbreiten können, ist das Internet. Viele Personen, die hier Verleumdung oder üble Nachrede praktizieren, wiegen sich in der Anonymität der digitalen Welt in Sicherheit. Rufschädigung im World Wide Web ist allerdings genauso strafbar wie Rufmord in einer Zeitung oder in der Gerüchteküche der Nachbarschaft.

Da Rufmord im Internet eine viel größere Reichweite hat, steigt damit das Strafmaß. Es lohnt sich also, die Verbreitung von Online-Lügen anzuzeigen – möglich ist auch eine Anzeige gegen Unbekannt.

Symbolische Darstellung von Rufmord durch Smartphone, Richterhammer und Handschellen.

Rufmord gegen Privatperson oder Firma: Welche Unterschiede gibt es?

Während Rufmord früher vor allem Prominente traf, gehören heute auch Firmen und Nicht-Promis zu den potenziellen Opfern. Ob Rufmord gegen eine Privatperson oder ein Unternehmen: In allen Fällen gelten die gleichen Rechte und Möglichkeiten. 

Wie hoch bei Rufschädigung einer Privatperson die Strafe ausfällt, hängt von der Schwere des Schadens ab. Das gilt auch für Unternehmen. Der einzige Unterschied: Die Auswirkungen der Rufschädigung reichen bei Unternehmen oft weiter als bei Privatpersonen. Schließlich kann das Image einer Firma durch Rufmord unwiderruflich geschädigt werden, was am Ende auch Mitarbeitende und Partner des Unternehmens trifft.

Fazit: Rufmord nicht dulden

In einer digitalen Welt, in der Menschen sich verstärkt online austauschen, kann Rufmord jeden treffen. Die Folgen von schädigenden Behauptungen in der Öffentlichkeit lassen sich nur schwer wieder rückgängig machen.

In vielen Fällen hilft nur noch eine Anzeige. Rufmord ist strafbar, doch um eine angemessene Strafe für Personen zu erwirken, die anderen gezielt schaden wollen, sind rechtliche Schritte notwendig.

Anzeige nach Rufmord: Junge Frau ist traurig, da im Hintergrund über sie gesprochen wird.

Mit der Unterstützung eines Anwalts kommen Betroffene zu ihrem Recht und erhalten eine angemessene Entschädigung. Über den Online-Check von SIEGFRIED erfahren sie innerhalb weniger Minuten, wie sie vorgehen und was sie erwarten können.

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