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Einbruch

Einbruch – Diese Strafen drohen Beschuldigten

16. November 2022 um 16:22

Eine Anzeige wegen Einbruchs zu erhaltent, ist eine ernste Sache. In diesem Sachverhalt ist besonders wichtig, ob der "Einbruch" als bloßer Hausfriedensbruch, Aufbrechen eines Autos oder als Wohnungseinbruchdiebstahl gilt. Denn die Art des Einbruchs ist nach Verurteilung entscheidend für die Höhe des Strafmaßes. Welche Strafe im Falle einer Verurteilung auf Sie zukommt, in welchem Zusammenhang der Begriff "Einbruch" im Strafgesetzbuch (StGB) benutzt wird, wie man als Beschuldigter auf Anzeige und Vorladung wegen Einbruchs reagiert und wie hoch die Strafe für verurteilte Täter eines Einbruchs ausfallen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Das wichtigste in Kürze
  • "Einbruch" hat viele Gesichter: von bloßem "Autoscheibe einschlagen und Reingreifen" bis hin zum Eindringen einer bewaffneten Bande in ein Museum. Entsprechend unterschiedlich fallen die Strafen aus.
  • Ob der Beschuldigte beim Einbruch eine Diebstahlsabsicht hatte, spielt eine wichtige Rolle für das Strafmaß.
  • Von der Polizei vorgeladene Beschuldigte sollten mit ihrem Anwalt besprechen, ob und inwieweit sie sich in der Vernehmung zur Tat äußern.
  • Wer eines Einbruchs beschuldigt wird, kann in dem Online-Check von SIEGFRIED unkompliziert und schnell seine Handlungsoptionen prüfen.

Einbruch ist nicht gleich Einbruch – Hausfriedensbruch oder Einbruchsdiebstahl? 

Unter Einbruch wird das unbefugte Eindringen in Auto, Haus oder Wohnung verstanden. Das können auch Taten mit zusätzlichen besonderen Tatmerkmalen sein, wie z.B. der Absicht, etwas Wertvolles zu stehlen oder den Wohnungsbesitzer mit einer Waffe zu bedrohen. Die rechtliche Einsortierung des Einbruchs ist insofern nicht leicht, als dass unter diesen Begriff eine Reihe möglicher Straftaten fallen. Es kommt auf die jeweilige Sachverhaltskonstellation und die Motivlage des Beschuldigten an.

Einbruch als Hausfriedensbruch

Die einfachste Variante ist der Einbruch in Form des Hausfriedensbruchs (§ 123  Absatz 1 StGB), dessen Gesetzestext regelt:

Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Beim Hausfriedensbruch geht es "nur" um das unbefugte Eindringen ("Einbruch") in Geschäftsraum, Wohnung oder Grundstück. Darüber hinaus ist von § 123 StGB erfasst, wenn sich jemand anfangs in befugter Weise in Räumen oder auf einem Grundstück befand, diese Befugnis dann jedoch entfiel und er sich nach Aufforderung nicht entfernt. 

Beispiel:

A betritt zu den Öffnungszeiten ein Möbelgeschäft, das um 18 Uhr schließt. Kurz vor Ladenschluss werden alle Kunden aufgefordert, sich zu den Kassen bzw. dem Ausgang zu begeben. A versteckt sich jedoch, so dass er sich auch nach 18 Uhr noch – dann jedoch unbefugt – im Möbelgeschäft befindet. Ein Wachmann entdeckt ihn und fordert ihn auf, das Gebäude zu verlassen, doch A weigert sich.

Gut zu Wissen:
Das Aufbrechen und Eindringen in ein Fahrzeug ist kein Hausfriedensbruch!

Einbruch als Einbruchdiebstahl bzw. Wohnungseinbruchsdiebstahl

Wenn  von "Einbruch" die Rede ist, so ist juristisch seltener bloß ein schlichter Hausfriedensbruch gemeint, sondern weitaus öfter ein Einbruchdiebstahl. Hier findet das Wort "Einbruch" dann im StGB auch Erwähnung, und zwar bei einem Straftatbestand, der Einbruch und Diebstahl kombiniert. Im Wesentlichen wird dabei zwischen zwei Formen unterschieden:

Glastür nach Einbruch zerstört.
  • dem Einbruch (zwecks Diebstahls) in ein Gebäude oder geschäftlich genutzten Raum, z.B. Büro oder Lager, bei dem der Beschuldigte mittels eines bestimmten Werkzeug endringt (besonders schwerer fall des Diebstahls (§ 243 Absatz 1 Nr. 1 StGB)
  • und dem Einbruch (zwecks Diebstahls) in eine Privatwohnung, wobei der Täter, mittels eines Werkzeugs in diese eindringt. (Wohnungseinbruchsdiebstahl gemäß § 244 Absatz 1 Nr. 3 StGB).

Einbruch – Strafen bei Verurteilung

Es ist nicht möglich, zu sagen, dass "Einbruch" mit "Geldstrafe oder Freiheitsstrafe in Höhe von x" bestraft wird. Da es den den Straftatbestand "Einbruch" im Strafgesetzbuch nicht gibt, muss zunächst geprüft werden, welche Straftat denn eigentlich vorliegt. 

Person in Handschellen des Diebstahls überführt.

Strafmaß nach Einbruchsart

Das Strafmaß für "Einbruch" hängt vorrangig vom einschlägigen Straftatbestand ab. In diesem Zusammenhang ist die Motivlage des Beschuldigten wichtig: Wurde in eine Wohnung eingedrungen, um etwas mitzunehmen, also mit Zueignungsabsicht? Wenn die Zueignungsabsicht fehlt, kommt kein Einbruchsdiebstahl, sondern ein milder bestraftes Delikt in Frage.

Einbruchsart
Strafmaß

Hausfriedensbruch (§ 123 StGB)
Wer einbricht, aber nichts stehlen will, begeht keinen Einbruchdiebstahl, sondern ggf. bloß einen Hausfriedensbruch.

Strafmaß

Das Strafmaß dafür reicht von Geldstrafe bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe. Die Tat wird nur verfolgt, wenn der Geschädigte einen Strafantrag stellt (sog. Antragsdelikt)

Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs (§ 248b StGB)
Ein Beschuldiger, der einen Wagen aufbricht, um ihn zu behalten oder zum Verkauf anzubieten, hat Zueignungsabsicht und begeht Einbruchsdiebstahl. Wer aber den Wagen aufbricht, um bloß unbefugterweise eine Spritztour zu machen und ihn kurz darauf zurückzustellen, macht sich ggf. bloß wegen unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeugs strafbar.

Strafmaß

Die Strafe dafür liegt zwischen Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Auch der Versuch der Tat ist strafbar. Und: die Anzeige reicht nicht. Die Tat wird nur verfolgt, wenn der Geschädigte einen Strafantrag stellt.

Einbruchdiebstahl (§ 243 Absatz 1 Nr. 1 StGB)
Wenn der Beschuldigte beim Einbruch Zueignungsabsicht hatte, also einen Einbruch zwecks Diebstahls begangen hat, sind die Strafen entsprechend höher.

Strafmaß

Die Strafe beim Einbruchdiebstahl reicht von drei Monaten bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. Dies gilt jedoch gemäß Absatz 2 nur, wenn die gestohlene Sache nicht geringwertig war (bis ca. 50,- EUR Wert).

Wohnungseinbruchsdiebstahl (§ 244 Absatz 1 Nr. 3 StGB)

Unbefugtes und gewaltsames Eindringen in einen Wohnraum mit der Absicht etwas zu entwenden und sich anzueignen.

Strafmaß

Der Wohnungseinbruchsdiebstahl wird mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren bestraft, in minder schweren Fällen mit drei Monaten bis fünf Jahren. Bei einer dauerhaft genutzten Privatwohnung liegt die Strafe sogar zwischen einem und zehn Jahren. Dieses erhöhte Strafmaß begründet sich in der besonderen Verletzung der Privatsphäre des Einbruchsopfers.

Neben der Motivlage des Beschuldigten kann beim Einbruch auch die Begehungsweise der Tat erschwerend bzw. strafschärfend wirken. So kann es bei Einbrüchen das Strafmaß beeinflussen, wenn der oder die Beschuldigten z.B. einen Gegenstand aus einer Kirche oder eine Sache von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung stehlen, die Tat als Bande begehen oder während der Tat Waffen bei sich führen.

Auf die Strafe wegen Einbruchs wirken sich auch die Vorstrafen des Beschuldigten sowie das sog. Nachtatverhalten aus, also ob der Beschuldigte z.B. Reue zeigt.

Anzeige und Vorladung wegen Einbruchs – Wie reagieren?

Anzeige und Vorladung wegen Einbruchs – Wie reagieren?
Wer eine Anzeige erhält oder sogar von der Polizei als Beschuldigter zur Vernehmung vorgeladen wird, sollte vorbereitet sein. Sie sollten wissen, welche Handlungsmöglichkeiten Sie besitzen, was Sie erwartet und wie Sie sich verhalten sollten.
Lassen deshalb Ihre Situation unverbindlich und unkompliziert von unseren Experten prüfen.

Zum Strafrechts-Check

Anzeige wegen Einbruchs erhalten – Das erwartet Sie

Wenn jemand gegen Sie wegen Einbruchs – z.B. wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls – Anzeige erstattet und sich für Polizei oder Staatsanwaltschaft ein Anfangsverdacht ergibt, wird gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Rahmen der dann folgenden Ermittlungen erhalten Sie ggf. auch eine Vorladung zur Vernehmung durch die ermittelnden Polizeibehörden. Wenn sich der Anfangsverdacht bei den Ermittlungen erhärtet, wird ein Strafverfahren eingeleitet. Wenn sich kein hinreichender Tatverdacht erhärtet, wird das Ermittlungsverfahren folgenlos eingestellt. 

Vorladung als Beschuldigter erhalten? – So sollten Sie reagieren!

Ob Sie als Beschuldigter eines Einbruchs zur Vernehmung erscheinen müssen, hängt u.a. davon ab, wer Sie vorgeladen hat. Wenn Sie von der Polizei als Beschuldigter vorgeladen werden, bedeutet das, dass bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet wurde. Als Beschuldigter einer Straftat haben Sie dann das Recht, die Aussage zu verweigern. Sie brauchen nicht zur Vernehmung zu erscheinen und müssen dies auch nicht rechtfertigen. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, die Aussage zu verweigern oder ggf. sogar vorteilhafter, sich einzulassen, wird Ihr Anwalt einschätzen können. Sich zu den Vorwürfen einzulassen kann z.B. bei erdrückender Beweislage gewinnbringend sein und sich als Geständnis positiv auf die Strafzumessung auswirken.

Gut zu Wissen:
Wer als Zeuge von der Polizei zur Vernehmung geladen wird, muss erscheinen, wenn dies im Auftrag der Staatsanwaltschaft geschah.

Wenn Sie als Beschuldigter von der Staatsanwaltschaft oder dem Ermittlungsrichter zur Vernehmung geladen werden, müssen Sie dort erscheinen, da eine Anwesenheitspflicht besteht. Doch Sie dürfen  die Aussage verweigern. Beschuldigten eines Einbruchs ist anzuraten, von Anfang an einen Strafverteidiger an der Seite zu haben. Also bereits vor der ersten Vernehmung und unabhängig davon, ob Sie sich zur Tat äußern oder lieber schweigen wollen. Insbesondere, wenn es z.B. die erste Tat war, wenn evtl. Jugendstrafrecht anzuwenden ist oder es sich bloß um versuchten Einbruch handelt, weiß ein guter Anwalt, mit welcher Verteidigungsstrategie er die Strafe für seinen Mandanten günstig beeinflussen kann.
Darüber hinaus drohen in einem Ermittlungsverfahren Wohnungsdurchsuchungen, Beschlagnahme von Gegenständen oder schlimmstenfalls die Festnahme. Um in so einer Situation gut beraten zu sein, benötigen Sie einen Strafverteidiger als Berater an Ihrer Seite. Er kann sich darum bemühen, dass es nicht zu einer öffentlichen Hauptverhandlung kommt, sondern die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt oder einen Strafbefehl beantragt.

Vorladung wegen Einbruchs? Schnell zum Anwalt!

Sie haben eine Anzeige wegen Einbruchs oder gar Vorladung zur Vernehmung erhalten? Es drohen im Falle einer Verurteilung hohe Strafen, welche nicht zuletzt auch von den inneren Motiven des Beschuldigten abhängen. So ist e ratsam, als Beschuldigter  vorher – spätestens direkt nach Erhalt der Vorladung – einen Anwalt hinzuziehen. Dieser wird Sie beraten, wie Sie sich zu verhalten haben, Akteneinsicht beantragen und eineStrategie entwickeln, um Sie bestmöglich zu verteidigen.

Einbruch: Anzeige oder Vorladung erhalten? – Mit unserem Strafrechts-Check bieten wir Ihnen eine schnelle und unkomplizierte Prüfung Ihrer Handlungsoptionen.

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